Der Sessel, der sein Geheimnis verbirgt: Wie ein Wohnzimmersessel zum …

Sherri 26-07-10 05:51 2 0
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Sie kennen das sicher. Sie stehen im Möbelhaus, die Füße schmerzen, und vor Ihnen thront dieser schwere, oh so einladende Sessel. Vielleicht mit dicken Rollen und einer Rückenlehne, die sich wie ein Kokon um Sie schließt. Sie denken an gemütliche Abende, an ein Buch in der Hand und eine Tasse Tee. Aber zu Hause, in Ihrem 55-Quadratmeter-Parterre, stellt sich die harte Frage: Wo soll das gute Stück hin? Und was ist mit dem Besuch, der am Wochenende auf der Couch kampieren muss? Genau da beginnt die Suche nach einem Wohnzimmersessel, der mehr kann, als nur gut auszusehen. Ich habe in den letzten Jahren einige dieser vermeintlichen Alleskönner getestet und bin dabei auf eine Kategorie gestoßen, die mich wirklich überrascht hat: die unscheinbaren, aber hochfunktionalen Modelle, die nachts ihr geheimes Talent entfalten.


Die größte Hürde in kleinen Wohnungen ist selten der Platz für einen Sessel an sich. Das Problem ist der fehlende Stauraum für eine richtige Matratze oder sperrige Bettdecken. Wenn Oma zu Besuch kommt, holt man die klobige Luftmatratze aus dem Schrank, die immer zwei Liter Luft verliert, und stopft die Kissen in die Ecken. Ein klassisches Sofa mit Federkern ist zu breit, ein Sessel zu klein. Die Lösung versteckt sich in einem Mechanismus, den ich früher immer als „Spielzeug für Technikfreaks" abgetan habe: dem Click-Clack-Mechanismus. Ich habe einen Sessel mit diesem System getestet, und er hat mein Verständnis von Gästebetten auf den Kopf gestellt. Sie lehnen sich zurück, ziehen vielleicht einen Hebel oder drücken das Sitzkissen nach vorne, und schon klappt die Rückenlehne mit einem satten „Klick" nach unten. Innerhalb von Sekunden verwandelt sich der gemütliche Sessel in eine flache Liegefläche.


Und jetzt kommt der Teil, den ich anfangs nicht glauben wollte. Die meisten dieser verwandelbaren Sessel haben ein verstecktes Fach unter dem Sitz. Wenn Sie die Sitzfläche anheben, kommt ein geräumiges Staufach zum Vorschein. Hier verschwinden zwei große Kissen, eine dünne Wolldecke und sogar das zusammenlegbare den Gast. Kein Suchen im Schrank mehr, kein improvisiertes Bettzeug auf dem Couchtisch. Und weil der Sessel selbst ein Teil des Wohnzimmers ist, stört er tagsüber auch nicht das Raumgefühl. Ich habe mir einen Sessel mit dunkelgrüner Velvet-Upholsterung gegönnt. Der Stoff fühlt sich samtig an, reflektiert das Licht weich und wirkt viel edler als das billige Mikrofaserzeug, das oft in Schlafsofas verbaut wird. Der Rahmen ist aus massivem Buchenholz, die Armlehnen sind schmal genug, um nicht wie ein Thron zu wirken, aber breit genug, um eine Tasse abstellen zu können.


Der wahre Test kam mit meinem Cousin, der letztes Wochenende spontan vor der Tür stand. Ich hatte noch nie einen Gast auf diesem Teil übernachten lassen, ehrlich gesagt hatte ich Angst, dass die Liegefläche zu kurz oder zu hart sein würde. Aber der Sessel entpuppte sich als vollwertige Schlafgelegenheit. Die Schlaffläche ist zwar nicht breit wie ein Doppelbett, aber für eine Person mit 1,80 Meter Körpergröße völlig ausreichend. Die Liegefläche besteht aus einer 16 Zentimeter dicken Schaumstoffmatratze, die auf einem stabilen Lattenrost aufliegt. Kein Durchsacken, kein Knacken, wenn man sich umdreht. Die Matratze ist fest, aber nicht knüppelhart. Mein Cousin, der sonst nur auf Plattformbetten schläft, war am nächsten Morgen begeistert. Er sagte, es sei bequemer als die meisten Couchbetten, die er kenne, und das will etwas heißen, wenn man bedenkt, dass ein Sofa-Bett oft die Quadratur des Kreises versucht zwischen Sitzkomfort und Liegequalität.


Viele meiner Kunden fragen mich, ob ein solcher Sessel nicht klobig wirkt oder wie ein „Transformer" aussieht, der nachts die Wohnzimmerästhetik zerstört. Das stimmt nicht. Die modernen Modelle sind so designt, dass der Mechanismus unsichtbar bleibt. Wenn Sie den Sessel nicht umklappen, sieht man keine Scharniere oder Riemen. Die Rückenlehne ist durchgehend gepolstert, die Sitznaht ist dezent. Ich habe ein Modell ausprobiert, bei dem der Click-Clack-Mechanismus so leichtgängig ist, dass selbst meine Mutter, die mit dem Rücken zu kämpfen hat, den Sessel mit einer Hand umbauen konnte. Sie müssen keine Möbel umstellen, keine Kissen vom Sofa reißen. Ein Handgriff, und aus einem Sitzplatz wird ein Bett. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven, besonders wenn der Besuch schon müde vor der Tür steht und nur noch ins Bett will.


Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Ausziehcouch oder einem Gästebett liegt im täglichen Nutzen. Ein reines Gästebett steht meistens in der Ecke und wird einmal im Jahr benutzt. Das ist Platzverschwendung. Ein Wohnzimmersessel dagegen ist jeden Tag im Einsatz. Sie lesen darin, Sie trinken Ihren Morgenkaffee, Sie legen die Fernbedienung auf die Armlehne. Und wenn er dann auch noch als Schlafmöbel taugt, haben Sie plötzlich ein Möbelstück mit doppeltem Nutzen. Ein Sessel mit Stauraum kombiniert sogar eine dritte Funktion: Sie können darin Bettzeug oder sogar ein paar Bücher verstauen, ohne dass ein zusätzlicher Schrank nötig ist. In winzigen Wohnungen, in denen jeder Quadratmeter zählt, ist das unbezahlbar.


Was mir besonders gefällt, ist die Materialauswahl bei diesen Modellen. Viele Hersteller setzen auf einen Stoffbezug, der sich weich anfühlt, aber strapazierfähig ist. Ein Leinen-Mix oder ein Samt mit hoher Scheuerzahl hält jahrelang. Ich rate zu Velvet-Upholsterung oder einem ähnlich dichten Webstoff, weil Flecken dort weniger tief eindringen und man die Sitzfläche mit einem feuchten Tuch reinigen kann, ohne dass sie aufquillt. Der Rahmen sollte aus verleimtem Holz oder Metall sein, nicht aus Spanplatten, die nach zwei Jahren knarzen. Und achten Sie beim Kauf nicht nur auf die Maße im ausgefahrenen Zustand, sondern auch auf die Höhe der Sitzkante. Eine zu hohe Sitzfläche kann für kleinere Menschen unbequem sein, und so ein Sessel soll schließlich nicht nur gut aussehen, sondern auch alltagstauglich sein.


Wenn Sie also vor der Entscheidung stehen: Soll ich mir einen reinen Ohrensessel kaufen oder gleich ein Sofa-Bett mit Stauraum? Dann rate ich Ihnen, einen Mittelweg zu suchen. Ein hochwertiger Sessel mit einem integrierten Auszieh- oder Klappmechanismus und einem Fach unter dem Sitz ist vielleicht die klügste Investition für eine kleine Wohnung. Sie erhalten ein elegantes Möbelstück für den Alltag und eine voll funktionsfähige Schlafgelegenheit für Gäste. Keine sperrigen Matratzen mehr, kein Gepolter beim Ausklappen. Der Sessel macht einfach sein Ding. Und das Beste: Sie müssen keine Kompromisse beim Stil eingehen. Ob skandinavisch schlicht mit klaren Linien oder opulent mit einem hohen Rücken, es gibt für jeden Geschmack das passende Modell. Die Zeiten, in denen man sich zwischen Ästhetik und Funktion entscheiden musste, sind vorbei. Probieren Sie es aus. Ihr Rücken und Ihre Gäste werden es Ihnen danken.

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