Wenn der Teigling trotz aller Vorsicht kippt, ist das kein Grund, ihn …
Der Effekt beruht auf zwei Vorgängen. Erstens hydratisieren die Glutenin- und Gliadinketten vollständig, raumteiler ohne Sichtschutz weil kein Salz die Wasseraufnahme verzögert und kein Knetvorgang die Struktur vorzeitig ausrichtet. Zweitens spalten Proteasen einen Teil der Peptidbindungen. Das senkt den Widerstand des Teigs, ohne ihn zu zerstören. Gerade bei Mehlen mit hoher Dehnfestigkeit – etwa Winterweizen mit über 13 Prozent Protein – ist dieser Abbau entscheidend, damit der Teig überhaupt formbar wird.
Der Hauptteig besteht aus Mehl, Wasser, Salz und dem Sauerteig. Für Brötchen eignet sich ein Mehl mit mittlerem Proteingehalt, etwa 550er oder 1050er Type. Die Teigausbeute liegt bei etwa 65 bis 70 Prozent Wasser bezogen auf das Mehl. Kneten ist wichtig, aber nicht übermäßig: Fünf bis acht Minuten reichen, bis der Teig glatt ist. Ein häufiger Fehler ist zu viel Wasser. Der Teig klebt dann beim Formen und die Teiglinge laufen breit. Lieber etwas fester arbeiten und die Stockgare im Kühlschrank verlängern, statt mit feuchten Händen nachzubessern.
Nach dem Langwirken legst du das Teigstück mit der Naht nach unten auf die Arbeitsfläche oder direkt in die Kastenform. Bei Baguette lässt du es auf einem bemehlten Tuch gehen. Die Naht darf nicht aufplatzen, sonst entweicht die Spannung. Prüfe die Form: Ein gut gewirkter Laib ist straff, fühlt sich prall an und behält seine Länge. Wenn er beim Anheben auseinanderfällt, war der Vorgang zu kurz oder zu ungleichmäßig.
Wenn der Teigling trotz aller Vorsicht kippt, ist das kein Grund, ihn wegzuwerfen. Schnell eingreifen, solange der Teig noch weich ist. Mit einem Pfannenwender oder einem dünnen Blech den Teigling vorsichtig anheben und neu ausrichten. Dabei nicht drücken, sonst entweicht das Gärgas. Wer den Teigling bereits auf dem heißen Stein hat, sollte ihn nicht mehr bewegen, sondern akzeptieren, dass die Form unregelmäßig wird. Das Brot bleibt essbar, nur die Kruste wird an der Auflagefläche heller und fester. Beim nächsten Mal die Gare und die Mehlmenge prüfen, dann klappt es zuverlässig.
Wer Kartoffeln und Möhren aus dem Gemüsefach nimmt, sollte sie vor der Verarbeitung gründlich waschen und dunkle Stellen entfernen. Lagert das Gemüse nie neben Äpfeln oder Tomaten, denn deren Reifegase beschleunigen das Verderben. Ein trockener, belüfteter Platz ohne direkte Sonne hält Kartoffeln wochenlang frisch, Möhren in Sand eingeschlagen sogar monatelang. So bleibt der Teig später gleichmäßig und das Brot saftig, ohne dass es innen roh bleibt.
Ein häufiger Fehler ist das Reißen der Teighaut. Sobald du kleine Risse siehst, höre auf zu rollen und lass den Teig zwei bis drei Minuten entspannen. Dann setzt du fort. Wer trotzdem weiterrollt, zerstört die Spannung und der Teig geht später unkontrolliert auf. Ein weiterer Fehler: zu viel Mehl auf der Arbeitsfläche. Das Teigstück rutscht dann nur hin und her, ohne dass Spannung entsteht. Mehl sparsam einsetzen und zwischendurch die Hände abklopfen.
Beginne mit einem Teig, der ausreichend gereift ist. Zu junger Teig ist klebrig und lässt sich nicht spannen; zu alter Teig reißt beim Wirken. Drücke das Teigstück flach, https://Josephpesco.Info/ sodass es etwa handtellergroß ist. Falte die obere Hälfte zur Mitte und drücke die Kante mit dem Handballen fest. Wiederhole das mit der unteren Hälfte. So entsteht Spannung, ohne dass du den Teig knetest.
Ein Brotteig mit diesem Gemüse braucht länger Gehzeit. Die Stärke aus Kartoffeln und der Zucker aus Möhren füttern die Hefe, aber sie binden auch Wasser. Lasst den Teig mindestens zwei Stunden bei Zimmertemperatur ruhen, besser über Nacht im Kühlschrank. Dann wird er aromatischer und lässt sich besser formen. Backt bei 220 Grad mit Dampf für die ersten zehn Minuten, danach trocken. Klopft den Laib nach dem Backen auf den Boden: Klingt er hohl, ist er fertig.
Am fünften Tag folgt der Belastungstest. Ein Teelöffel des Ansatzes in ein Glas mit lauwarmem Wasser geben. Schwimmt er oben, ist er kräftig genug zum Backen. Sinkt er ab, fehlt es an Gasbildung, und es braucht einen weiteren Tag mit zwei Fütterungen. Wer den Sauerteig jetzt nicht sofort verwendet, stellt ihn in den Kühlschrank und füttert ihn einmal pro Woche. Vor dem Backen muss er dann zwei- bis dreimal im warmen Raum aufgefrischt werden, bis er wieder zuverlässig aufgeht.
Wenn ihr das Gemüse doch im Kühlschrank aufbewahrt, dann nur kurz und getrennt. Legt Kartoffeln in die unterste Schublade ohne Deckel, Möhren in ein feuchtes Tuch gewickelt in eine offene Schale. Prüft alle zwei Tage auf Druckstellen. Ein typischer Anfängerfehler ist, weiche Möhren wegzuwerfen. Sie lassen sich noch zu Suppe oder Püree verarbeiten, solange sie nicht schimmeln. Kartoffeln mit grünen Stellen gehören in den Müll, denn Solanin ist giftig.
Für Kastenbrot reicht meist ein einmaliges Langwirken. Baguette braucht oft zwei Durchgänge mit kurzer Ruhephase dazwischen. Verlasse dich nicht auf feste Zeiten, sondern auf das Teiggefühl: Der Teig soll sich fest anfühlen, aber nicht trocken. Mit etwas Übung erkennst du den richtigen Moment. Dann gelingen Baguette und Kastenbrot auch ohne Werkzeug mit gleichmäßiger Porung und kräftiger Kruste.
If you loved this short article and you would like to receive much more details regarding martinpreisssoftware.De kindly take a look at our own site.
등록된 댓글이 없습니다.