Wann Johannisbeeren schneiden, damit die Ernte nicht einbricht?
Ein Strauch, der bis auf den Boden abgeschnitten wurde, ist nicht verloren. Anders als Nadelgehölze oder viele immergrüne Arten besitzen die meisten Laubsträucher schlafende Augen an der Stammbasis und im Wurzelhals. Solange diese Knospen lebensfähig sind, bildet die Pflanze aus dem alten Holz neue Triebe. Entscheidend ist weniger der Schnitt selbst als der Zeitpunkt danach: Wer jetzt zu viel düngt, zu oft gießt oder die jungen Triebe sofort wieder stutzt, verzögert den Aufbau um ein bis zwei Jahre.
Ein weiteres Kriterium ist der Durchmesser des Stammes. Ab etwa einem halben Meter Umfang reicht eine handelsübliche Motorsäge für den sicheren Schnitt nicht mehr aus, und die Sägekette kann im Holz verklemmen. Profis nutzen dann stärkere Sägen mit längerem Schwert und arbeiten mit speziellen Fälltechniken wie der Stufen- oder der Bohrtechnik. Wer hier mit zu kurzer Ausrüstung hantiert, riskiert einen unkontrollierten Bruch oder einen Rückschlag der Säge.
Trennen statt ziehen: die Technik, die den Putz rett
Alte Ruten konsequent bis zum Boden entfernen Der eigentliche Schnitt ist einfach: Alles, was älter als drei bis vier Jahre ist, wird bodennah abgeschnitten. Nicht auf halber Höhe kappen, sondern direkt an der Basis, sonst treibt die alte Rute wieder aus und nimmt dem Strauch Licht und Nährstoffe weg. Pro Jahr entfernt man etwa ein Drittel der alten Ruten, sodass der Strauch stetig verjüngt wird. Bei einem völlig vernachlässigten Strauch darf man auch radikaler vorgehen und in einer Saison mehrere alte Ruten herausnehmen.
Vor dem Schnitt lohnt ein Blick auf den gesamten Strauch. Alte Ruten erkennt man an der graubraunen, oft rissigen Rinde und daran, dass sie kaum noch kräftige Seitentriebe bilden. Junge Triebe sind hell und glatt, sie wachsen meist aus der Basis oder tief aus dem Inneren. Genau diese jungen Ruten sind die Zukunft des Strauchs, denn an ihnen hängen in den Folgejahren die meisten Blüten und Beeren.
Wer den Strauch regelmäßig pflegt, braucht keine radikalen Eingriffe. Ein jährlicher Schnitt im späten Winter, alte Ruten raus, kräftige junge Triebe bleiben, Webseite hält die Johannisbeere über viele Jahre ertragreich. Der Strauch dankt es mit größeren Beeren und einer Ernte, die nicht von Jahr zu Jahr schwankt.
Ein typischer Fehler ist das Mulchen mit frischem Rasenschnitt direkt am Stamm. Das fördert Fäulnis am Wurzelhals und kann den Austrieb ersticken. Besser ist eine dünne Schicht aus Laub oder grobem Rindenmulch, die einen Handbreit Abstand zum Holz hat. Kontrollieren Sie außerdem regelmäßig auf Blattläuse und Spinnmilben. Junge Triebe sind weich und werden von Schädlingen bevorzugt besiedelt. Ein kräftiger Wasserstrahl genügt meist, um einen Befall einzudämmen, bevor er sich ausbreitet.
Achten Sie auf die Richtung des Neuaustriebs. Treiben die Knospen vor allem an der Südseite aus, ist das normal. Bilden sich Triebe kreuz und quer, lassen Sie sie zunächst wachsen. Ein Aufbauschnitt erfolgt erst im folgenden Frühjahr, wenn die Triebe verholzt sind. Dann wählen Sie drei bis fünf kräftige, gut verteilte Triebe aus und entfernen den Rest dicht am Ansatz. Alle übrigen Triebe werden nicht eingekürzt, sondern ganz entfernt, sonst entstehen unschöne Verzweigungen.
Was in den ersten Wochen nach dem Schnitt zählt Gießen Sie regelmäßig, aber nicht durchdringend. Der Strauch hat jetzt kaum Blattmasse und verdunstet wenig Wasser. Staunässe im Wurzelbereich ist die häufigste Ursache dafür, dass ein eigentlich lebensfähiger Strauch nach dem Schnitt eingeht. Lockern Sie die oberste Bodenschicht vorsichtig mit einer Hacke, damit Luft an die Wurzeln kommt. Düngen Sie erst, wenn die ersten neuen Triebe etwa zehn Zentimeter lang sind. Ein zu früher, zu hoher Nährstoffeintrag treibt die Pflanze zu weichem Wachstum, das im nächsten Winter erfriert.
Danach folgt der Auslichtungsschnitt. Alle Triebe, die dicht über dem Boden kreuz und quer wachsen, sich gegenseitig bedrängen oder ins Innere des Strauchs wachsen, kommen heraus. Zu viel Konkurrenz kostet Kraft und fördert Pilzkrankheiten, weil die Luft nicht zirkulieren kann. Von den jungen, kräftigen Trieben lässt man fünf bis acht stehen, verteilt über den ganzen Strauch. Sie sollten kräftig, gesund und gut belaubt sein.
Johannisbeeren tragen am meisten an Trieben, die ein bis drei Jahre alt sind. Wer den Strauch jahrelang sich selbst überlässt, erntet irgendwann nur noch kleine Beeren an einem undurchdringlichen Gestrüpp. Der Schnitt ist deshalb keine Formsache, sondern sichert den Ertrag. Der beste Zeitpunkt liegt im späten Winter, bevor die Knospen anschwellen, also etwa von Ende Januar bis Anfang März. Ein Schnitt direkt nach der Ernte im Sommer ist möglich, schwächt den Strauch aber, weil er dann noch Reserven in die Triebe steckt.
Nach dem Abtragen bleibt eine möglichst glatte Wunde am Stamm. Ein nachträgliches glattes Nachschneiden mit einer scharfen Säge ist sinnvoll, wenn die Bruchstelle ausgefranst ist. Wundverschlussmittel sind nicht zwingend nötig, sie können die natürliche Abschottung sogar behindern. Entscheidend ist, dass der Astkragen unverletzt bleibt und die drei Schnitte in der richtigen Reihenfolge sitzen.
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