4 Kniffe für unsichtbare Flicken an Kleidung

Alethea 26-09-13 08:52 2 0

Warum das Unterlegen über das Ergebnis entscheidet Der Unterlegstoff wird unter das Loch geschoben und mit ein paar Stecknadeln fixiert. Wichtig ist, dass die Webrichtung des Flickens mit der des Kleidungsstücks übereinstimmt, sonst glänzt die Stelle anders und fällt auf. Bei glatten Stoffen legt man den Flicken so, dass die Faserrichtung parallel läuft. Nun wird der Flicken mit feinen Stichen angenäht, nicht mit einem Zickzack über die gesamte Fläche. Gearbeitet wird von der linken Seite, damit die Stiche auf der rechten Seite möglichst kurz bleiben.

Unterm Strich bleibt: Saubere Kanten ohne Overlock sind eine Frage der Technik, nicht des Geräts. Wer Zickzack, Kappnaht und französische Naht beherrscht, kann fast jedes Projekt sauber abschließen. Entscheidend sind Geduld beim Bügeln, die richtige Stichwahl und ein Blick auf den Stoff, bevor die erste Naht gesetzt wird.

Die französische Naht ist die eleganteste Variante für leichte Webstoffe wie Batist, Seide oder Voile. Zuerst werden die Stofflagen links auf links gesteckt und mit einer schmalen Naht verbunden. Die Nahtzugabe wird auf etwa drei Millimeter gekürzt. Dann wird der Stoff gewendet, die Naht genau auf die Kante gebügelt und ein zweites Mal knapp abgesteppt. Die rohe Kante liegt nun versteckt im Inneren. Ein Fehler ist, die erste Naht zu breit zu nähen – dann wird die zweite Naht zu dick, und die Kante franst aus. Bei sehr feinen Stoffen sollte die erste Naht nur wenige Millimeter breit sein.

Zuerst wird markiert, nicht genäht. Faltenlinien mit Kreide oder einem dünnen Faden ziehen, jeweils im Abstand der gewünschten Biesenbreite. Üblich sind drei bis fünf Millimeter. Wer zu breit anlegt, bekommt später Schwierigkeiten an Rundungen. Vor dem Falten die Nahtzugabe prüfen: Biesen dürfen nur im Bereich ohne Nahtzugaben laufen, sonst schiebt sich der Stoff an den Seitennähten zusammen.

Das Geheimnis liegt im zweistufigen Brechen. Zuerst wird die Kante auf die halbe Saumzugabe umgebügelt, also auf fünf bis sechs Millimeter. Anschließend wird diese Bruchlinie nochmals umgeschlagen, sodass die Schnittkante innen liegt. Gebügelt wird nach jedem Schritt, nicht erst am Ende. Wer beide Brüche gleichzeitig mit der Nadel fixieren will, erzeugt Wellen und ungleich breite Säume. Ein Bügeleisen mit schmaler Sohle oder ein Bügelbrett mit Kante hilft, die schmale Bruchlinie präzise zu ziehen.

Der häufigste Fehler ist der Zug auf den Faden. Viele arbeiten mit zu hoher Spannung, weil sie glauben, dadurch sauberere Kanten zu bekommen. Das Gegenteil ist der Fall: Der Stoff wellt sich, die Stege ziehen sich zusammen, und die gesamte Arbeit lässt sich nicht mehr glatt bügeln. Ebenso problematisch ist eine zu weiche Nadel. Sie verbiegt sich beim Ziehen der Fäden und reißt die Webfäden ein, die eigentlich stehen bleiben sollen. Eine kurze, spitze Sticknadel mit kleinem Öhr ist hier die bessere Wahl. Beim Wickeln der Bündel sollte der Faden niemals doppelt genommen werden, sonst entsteht ein ungleichmäßiges Bild.

Für den Blindsaum gibt es zwei gängige Wege. Entweder wird der Saum mit einem Blindstich genäht, cleverer Stauraum bei dem die Nadel nur wenige Fasern der oberen Stofflage erfasst, oder mit einem schmalen Zickzackstich von der linken Seite, der knapp unter der Bruchkante greift. In beiden Fällen entscheidet die Nadelposition über das Ergebnis. Die Nadel muss so eingestellt sein, dass sie die obere Lage gerade noch berührt, aber nicht durchsticht. Bei einer normalen Nähmaschine lässt sich das über die Stichbreite und die Position des Stoffes unter dem Nähfuß steuern. Wer eine Blindstichmaschine besitzt, stellt den Führungsschuh passend zur Saumbreite ein.

Bei Webstoffen lässt sich das Loch zusätzlich mit einzelnen Fäden schließen, die in Webrichtung eingelegt werden. Diese Fäden werden nicht verknotet, sondern auf der Rückseite mit kleinen Stichen gesichert. Bei Strickwaren ist das stopfen mit Maschennachbildung die bessere Wahl, weil ein aufgesetzter Flicken die Elastizität stört. Nach dem Vernähen wird die Stelle mit dem Bügeleisen leicht angedrückt – bei empfindlichen Stoffen mit einem Tuch dazwischen und niedriger Temperatur.

An Rundungen, etwa an Ärmelkugeln oder Ausschnitten, werden Biesen schmaler. Ab drei Millimetern Breite brechen die Falten und werfen Beulen. Hier hilft es, die Biesen vor dem Einnähen in die Rundung leicht einzudampfen. Wer sie einfach flach annäht, Wohnkomfort Verbessern erhält später Zugfalten quer zur Biese. Ebenso wichtig: Biesen nie über eine Quernaht hinweg nähen, sondern davor und dahinter sauber verriegeln. Sonst reißen die Stiche beim Dehnen aus.

Zum Schluss prüft man das Ergebnis bei Tageslicht und aus verschiedenen Winkeln. Sitzt der Flicken glatt, ohne Beule und ohne Spannung, ist die Reparatur gelungen. Kleine Unregelmäßigkeiten verschwinden oft nach dem ersten Waschen. Wer übt, merkt schnell: Nicht die Menge der Stiche macht den Unterschied, sondern ihre Gleichmäßigkeit und die Wahl des richtigen Materials darunter.

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