Wenn der Kordelzug klemmt, hilft dieser Tunnelaufbau

Bette Donohue 26-09-13 09:11 2 0

Messen, aber an der richtigen Stelle Zunächst den Körperumfang an der schmalsten Stelle bestimmen, nicht auf Höhe des Bauchnabels. Dafür eine Schnur oder ein dünnes Gummiband locker um die Taille legen und ein paar Schritte gehen. Dort, wo es von selbst sitzen bleibt, ist die natürliche Taillenlinie. Diesen Umfang messen, ohne den Bauch einzuziehen. Ein häufiger Fehler ist das Messen über Kleidung oder mit gespanntem Maßband. Das Band muss eng anliegen, aber nicht einschneiden. Wer zwischen zwei Werten schwankt, notiert beide und entscheidet später je nach Bundbreite.

Zugabe richtig einplanen Zur gemessenen Taillenweite kommt eine Zugabe für Bewegung und Verschluss. Bei dehnbaren Stoffen fällt sie kleiner aus, bei festen Geweben größer. Eine Faustregel: zwei bis drei Zentimeter für die Bewegungszugabe, dazu die Übertrittsweite des Verschlusses. Wer einen Reißverschluss einbaut, braucht weniger Zugabe als bei Knopfverschluss. Ein typischer Fehler ist, die Zugabe pauschal zu wählen. Besser ist es, ein Probesitz aus billigem Stoff zu nähen und den Sitz zu prüfen.

Ein häufiger Fehler ist zu hohe Temperatur. Sie führt bei empfindlichen Fasern zu Glanzstellen, die sich nicht entfernen lassen. Deshalb immer an einer versteckten Stelle testen. Ein weiterer Fehler: das Bügeleisen ohne Zwischenlage direkt auf empfindlichen Stoff zu setzen. Ein dünnes Baumwolltuch dazwischen schützt vor Verbrennungen und verhindert, dass sich Faltkanten in den Stoff einprägen, die nicht gewünscht sind. Bei dunklen oder strukturierten Stoffen zusätzlich prüfen, ob die Falte später sichtbar sein soll – manchmal ist eine offene Kante die bessere Wahl.

Zunächst brauchst du drei Ausgangswerte: den Brustumfang an der stärksten Stelle, den Schulterpunkt außen am Knochen und die gewünschte Ärmelweite am Oberarm. Miss den Brustumfang waagerecht unter den Achseln, nicht über den Schulterblättern. Der Schulterpunkt liegt dort, wo die Schulternaht im fertigen Kleidungsstück enden soll, meist leicht außerhalb des Knochens. Diese drei Werte bilden die Grundlage für die Armlochtiefe, denn sie bestimmt, wie viel Stoff unter dem Arm verschwindet.

Achte außerdem auf die Ärmelkugel. Sie muss zur Armlochtiefe passen, sonst drückt Naht oder Ärmel hängt durch. Bei engen Ärmeln ist die Kugel flacher und die Armlochtiefe geringer, weil weniger Stoff über die Schulter läuft. Eine zu flache Kugel bei großer Tiefe lässt den Ärmel verdrehen. Miss die Kugelhöhe vom höchsten Punkt bis zur untersten Naht und vergleiche sie mit der Armlochtiefe. Beide Werte sollten sich um höchstens zwei Zentimeter unterscheiden.

Der Bund sollte nicht gedehnt aufgesetzt werden. Er wird flach zugeschnitten und dann an die Taillenweite des Rocks angepasst. Wer den Bund zu stramm annäht, zieht die Taillenweite zusammen und erzeugt Falten. Wer ihn zu locker lässt, bekommt eine Blase am Rücken. Beides lässt sich durch eine Zwischenanprobe vor dem endgültigen Annähen vermeiden.

Feucht dekatieren statt trocken büge

Leinen fusselt nach dem Dekatieren vor allem dann, wenn die Faser mechanisch aufgeraut wird, während sie noch empfindlich ist. Der häufigste Fehler ist deshalb nicht die Temperatur, sondern die Bewegung: Wer das Tuch nach dem heißen Bad bürstet, rubbelt oder kräftig auswringt, reißt kurze Fasern aus dem Gewebe. Diese kurzen Fasern sind später der sichtbare Flaum. Entscheidend ist also, die Faser nach der Hitzebehandlung in Ruhe zu lassen, bis sie vollständig abgekühlt und entspannt ist.

Erst jetzt die Seitennaht schließen, und zwar rechts auf rechts. Dabei unbedingt unterhalb des Tunnels ansetzen und ein paar Stiche vor der Tunnelkante verriegeln. Wird einfach durch den Tunnel durchgenäht, ist der Durchgang versperrt. Ein häufiger Fehler ist außerdem, die Nahtzugabe im Tunnelbereich nicht zurückzuschneiden: Dann liegt genau dort eine dicke Stoffkante, an der die Kordel hängen bleibt.

Die Rechnung für enge Ärmel Für einen enganliegenden Ärmel gilt eine Faustregel: Die Armlochtiefe beträgt etwa ein Fünftel des Brustumfangs plus einen kleinen Zuschlag für die Bewegungsfreiheit. Bei einem Brustumfang von 88 Zentimetern liegt die Tiefe also grob zwischen 19 und 21 Zentimetern. Ein enger Ärmel braucht weniger Zuschlag als ein weiter, sonst entsteht unter der Achsel ein Stoffberg. Miss diese Tiefe stets senkrecht vom Schulterpunkt nach unten, nicht schräg zur Seitennaht. Ein schräger Verlauf verschiebt die Achsel und macht den Ärmel zu kurz.

Beim Bügeln selbst gilt: Https://Resurs.Mruo.ru mäßige Hitze, wenig Druck, immer mit Dampf und möglichst von der linken Seite. Ein trockenes, heißes Bügeleisen auf trockenem Leinen verbrennt die obersten Fasern und macht sie brüchig; sie brechen später ab und bilden den typischen grauen Pelz. Wer von rechts bügelt, drückt die Fasern flach und erzeugt Glanzstellen, die beim nächsten Waschen aufrauen. Ein dünnes Baumwolltuch zwischen Eisen und Leinen verteilt die Hitze gleichmäßig und verhindert direkte Reibung.

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